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Ev.-Luth. Feldsteinkirche - Laase

In Laase an der Warnow steht ein Feldsteinbau, dessen Geschichte tiefer zurückreicht als die sichtbare Substanz vermuten lässt. Das Dorf wurde 1248 erstmals urkundlich erwähnt; dendrochronologische Untersuchungen des Dachstuhls datieren ihn auf 1397 – und weisen nach, dass er Teile eines Fachwerkbaus von etwa 1243 enthält: den einzigen dokumentierten hölzernen Vorgänger einer Dorfkirche in Mecklenburg. Die heutige Kirche ist eine frühgotische Saalkirche mit Sakristei. Als Erweiterung der Sitzplätze wurden Ende des 19.Jh. eine Empore mit Außenzugang sowie Stützmauern zur Stabilisierung der Ostseite in Ziegelbauweise angefügt.

2001-2005 wurde die Kirche dank Spenden und mit Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz umfassend gesichert und restauriert.

Der flachgedeckte Feldsteinbau zeigt sich nach außen schlicht. Der Turm ist dreigliedrig: Feldstein-Unterbau, ein Fachwerk-Mittelgeschoss und ein vierseitiges Pyramidendach – eine in Mecklenburg seltene Konstruktion. Bemerkenswert ist auch die Turmuhr mit Stundenglocke, wie sie nur wenige Dorfkirchen der Region besitzen.

Das kostbarste Stück des Inneren ist eine thronende Holzmadonna, die auf das Jahr 1267 datiert wird und zu den ältesten erhaltenen Madonnenbildwerken Mecklenburgs gehört. Sie steht in der Tradition niedersächsischer Madonnenplastik um 1200 und wurde 2002 sorgfältig restauriert. In der Nordwand des Chors ist ein Sakramentsschrank eingelassen: hinter einem schmiedeeisernen Gitter verbirgt sich eine Holztür mit einer Malerei des Schmerzensmanns aus der Zeit um 1400. Die Kanzel stammt aus der Renaissance, wohl vom Ende des 16. Jahrhunderts.

Die frühromanische Granitfünte, in Stein-auf-Stein Klopftechnik hergestellt, besteht nur noch aus der Kuppa und ist auf die Zeit von vor 1160 datiert.


Im Westen der Kirche steht noch ein Teil einer uralten Linde, die als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Grabsteine entlang der Kirchhofsmauer erzählen Geschichten zurück bis Anfang des 19.Jh.


Ansicht: Laase v, Süd-Ost
B. Brinkmann