Stadtkirche Marlow

Eine der ältesten Grabplatten Mecklenburgs Spitzen

Berth Brinkmann

Daten zur Kirche

Öffnungszeiten:

Juni - September

täglich 11:00 - 16:00 Uhr

Führungen in dieser Zeit jeden Dienstag und Donnerstag über das Heimatmuseum Marlow.

Der Schlüssel kann auch im Pfarrhaus neben der Kirche erbeten werden.

In der Ferienwohnung im Pfarrhaus besteht für Pilger und Radwanderer die Möglichkeit zu Übernachten.

Ort: Marlow
Kontakt: Tel.:

Elemente der Romanik und Gotik sind in dieser Kombination einzigartig und die am besten erhaltene Grabplatte des Landes ist im Seitenschiff zu sehen.

Marlow geht als Ort auf eine bereits im 9. Jahrhundert vorhandene slawische Burg zurück, in deren Umkreis sich später deutsche Siedler niederließen. Im 12. und 13. Jahrhundert war Marlow als Grenzburg gegen Pommern von überregionaler Bedeutung, die es dann jedoch verlor.

Die Kirche, mit deren Bau man wohl im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts begann, wurde 1244 geweiht und gehört damit zu den ältesten der Region. Von den einstigen beiden Seitenschiffen sind nur noch Teile des nördlichen Schiffes erhalten, das im Gegensatz zum restlichen Backsteinbau aus Feldsteinen errichtet war. Die Existenz eines südlichen Seitenschiffes lassen nur noch die Arkadenbögen ahnen, die nach dessen Abriss vermauert wurden, bevor man sie 1980 als Fenster öffnete.

Der Chor ist außen mit spätromanischen Ecklisenen, Lanzettfenstern in Dreiergruppen, Rundbogenfriesen und einem mit Blenden verzierten Giebel reich gegliedert. Innen lassen die im Chor konzentrisch um den Scheitelring gelegten Formsteine Rückschlüsse auf die Herkunft der Erbauer aus Westfalen zu. Die Gewölbejoche des Chors sind unterschiedlich gestaltet und mit Malereien versehen. Oberhalb des Altarraums sind Fabelwesen dargestellt, die bei der Restaurierung zwischen 1978 und 1988 entdeckt und restauriert wurden – ebenso wie die szenischen Malereien an der Schiffsnordwand.

Ältestes Ausstattungsstück ist eine Grabplatte von 1229. Es handelt sich dabei um eine der drei ältesten und um die am besten erhaltene des Landes. Die Kanzel stammt aus dem 17. Jahrhundert und konnte zwischen 1978 und 1988 restauriert werden. Die Orgel aus dem Jahr 1839 wurde in den 1990er-Jahren generalüberholt und erweitert. Wesentliches Stück der neugotischen Ausstattung aus dem 19. Jahrhundert ist der Altar mit einem Altarbild des Schweriner Hofmalers Gaston Lenthe, das um 1853 entstand und den einladenden Christus zeigt. Die drei Glocken stammen aus dem 20. Jahrhundert.

Trotz der Sanierung in den 1980er-Jahren weist die Kirche erhebliche Schäden auf und ist in ihrer Statik bedroht. 2006 haben die notwendigen Baumaßnahmen begonnen, deren Finanzierung wie so erfreulich oft auch durch einen Förderverein unterstützt wird.