St. Petri Benz auf Usedom

M.Poley,St.Nikolai,Wismar

Daten zur Kirche

Öffnungszeiten:

täglich tagsüber geöffnet

Ort: Benz auf Usedom
Kontakt: Tel.:

Die Kirche Benz (auch: St.-Petri-Kirche) ist ein aus dem 15. Jahrhundert stammendes Kirchgemeinde in der Gemeinde Benz in Vorpommern. Die Kirche wurde im 30jährigen Krieg zerstört und danach wieder aufgebaut. Die Innenausstattung (Altar, Kanzel, Gestühl) stammt im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert, die bemerkenswert gestaltete Kassettendecke entstand erst im 19. Jahrhundert. Im Turm hängt eine Glocke von 1814 mit einer Inschrift zu den Befreiungskriegen gegen Napoleon.

Die Kirche Benz (auch: St.-Petri-Kirche) ist ein aus dem 15. Jahrhundert stammendes Kirchgemeinde in der Gemeinde Benz in Vorpommern.

Benz gehört zu den ältesten Kirchengemeinden Usedoms, schon 1229 wird ein Pfarrer benannt. Der rechteckige, einschiffige Bau mit westlichem Kirchturm ist im Kern frühgotisch gestaltet, wurde jedoch vielfach verändert. Große Teile des heutigen Kirchengebäudes gehen auf die Vorgängerkirche (um 1300) zurück. Gegen Ende des Mittelalters wurde ein Chorraum angebaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Bänke von kaiserlichen Soldaten herausgebrochen und die Kirche als Pferdestall benutzt. Der schwedische Amtshauptmann Peter Appelmann ließ 1663 die Kirche renovieren, vollkommen neu ausstatten und ein Erbbegräbnis für seine Familie einrichten. Am dem aus dem Jahr 1740 stammenden Turm mit Haube befindet sich ein schlichtes Renaissanceportal. 1741 wurde der Chor zur kleinen Kirche, dem heutigen Altarraum, umgebaut.

1836 fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt. Dabei wurde die Balkendecke durch ein hölzernes Tonnengewölbe ersetzt, auf das eine als Sternenhimmel gestaltete Kassettendecke gemalt wurde. 1875 wurde der Turm repariert. Im Jahr 1911 musste der Turm mit Ausnahme der unteren Etage abgenommen werden. Er wurde im alten Stil wieder aufgebaut. Bei der umfassenden Kirchenreparatur wurde auch das Innere der Kirche renoviert.

Zur Ausstattung gehört ein Altar von 1712 mit sechs kleinen, übermalten spätgotischen Schnitzfiguren (Petrus, Elisabeth von Thüringen, dem Evangelisten Johannes, Johannes der Täufer und Katharina); diese Figuren werden nach und nach in ihrer ursprünglichen Farbgestaltung wiederhergestellt. 

Das Altarbild ist eine Kopie von v. Dycks "Beweinung Christi". Das Bild wurde 1909 der Kirchgemeinde vom Kaiser-Friedrich-Museum Berlin im Tausch gegen das mittelalterliche Kreuzigungsbild des alten Altares zur Verfügung gestellt. 

Die an der Nordwand des Chorraumes befindliche Grabplatte aus Kalkstein, die das flache Relief des 1586 verstorbenen fürstlichen Kanzlers Jakob von Küssow in einem ritterlichen Gewand zeigt, befand sich ursprünglich über der Gruft des Verstorbenen in der Mitte des Chorraums.

Die Orgel wurde 1847 durch die Stettiner Orgelbaufirma Kaltschmidt gefertigt und 1889 durch Barnim Grüneberg repariert.

Das Geläut der Kirche bestand ursprünglich aus zwei 1814 durch die Gebrüder Schwenn aus Stettin gegossenen Glocken. Von diesen existiert nur noch eine; sie trägt die Inschrift

„Als Bonapartens Übermuth / entflammte jedes Volck zur Wuth /
und Friedrich Wilhelms Tapferkeit / durch seiner Preussen Muth /
siegreich half enden diesen Streit / für Freiheit Hab' und Gut /
da kündigte mein erster Klang / des holden Friedens Lobgesang.“

1906 wurde auf dem Friedhof der aus teilweise vergoldetem Kupfer bestehende Prunksakophag der Catharina Appelmann (1643–1671) gefunden, der Frau des Amtshauptmanns Peter Appelmann. Der Sarkophag wurde später ins Heimatmuseum nach Swinemünde gebracht und ist seit Ende des Zweiten Weltkrieges verschollen.[

Auf dem Kirchhof befinden sich die Gräber des Malers Otto Niemeyer Holstein und des deutschen Sachuspielers Rolf Ludweig. 

Lyonel Feininger malte und zeichnete die Kirche oft.