Mariä Himmelfahrt Güstrow

Kirchenneubau im Stil der neuen Sachlichkeit Spitzen

M.Poley,St.Nikolai,Wismar

Daten zur Kirche

Öffnungszeiten:

Mo. - So. täglich 10.00 - 17.00 Uhr

Ort: Güstrow
Kontakt: auf "gut Glück" im Pfarrhaus klingeln und um Öffnung der Kirche bitten Tel.:

Im Jahr 1928 entstand dieser schlichte, einschiffige Kirchbau, der von außen durch seinen markanten Westgiebel ins Auge fällt. Im Inneren sorgen die Buntglasfenster für eine geschickte Lichtführung. Das Tageslicht kann durch das große Westfenster über dem Eingang, durch die beiden Chorfenster und ein kleines Fenster unter der Empore einfallen.

Mit der Einführung der lutherischen Lehre in Mecklenburg 1549 kam auch in Güstrow das katholische Leben zum Erliegen; 1552 wurde im Dom die letzte Heilige Messe gefeiert. Als Kaufleute, Beamte und Bedienstete des Hofes zogen jedoch immer wieder Katholiken ins Land, für die 1709 in Schwerin eine Missionspfarrei der Lübecker Jesuiten eingerichtet werden durfte. Auf ihren Fahrten durch die Region besuchten die Jesuiten auch Güstrow, wo – wie in anderen Städten – in Privatwohnungen die Austeilung der heiligen Kommunion erfolgte. Herzog Friedrich der Fromme (reg. 1756 – 1785) untersagte diese Reisen. Erst Friedrich Franz I. (reg. 1785 – 1837) ließ eine Ausübung des katholischen Glaubens wieder zu. Nun durften sogar Kirchen gebaut werden (St. Anna in Schwerin 1795, Ludwigslust 1809). Die rechtliche Gleichstellung der katholischen Religion in Mecklenburg erfolgte formal 1811, tatsächlich aber erst in der Weimarer Republik. Die Güstrower katholische Gemeinde wuchs im Ersten Weltkrieg stark an, als in einem nahe gelegenen Gefangenenlager tausende Männer aus Frankreich, Belgien und Russland untergebracht waren. Ab 1919 diente es als Heimkehrerlager für Flüchtlinge aus Westpreußen und dem Baltikum. Der Gottesdienst fand in einer Baracke statt, die später an die Stelle der heutigen Kirche umzog. Die Umsiedler und Flüchtlinge des Zweiten Weltkrieges konnten bereits den Gottesdienst in der neu errichteten katholischen Kirche besuchen.

Dieser Neubau war das Ergebnis des spätestens seit 1885 bestehenden Wunsches nach einer eigenen Kirche. Bis der Bau beginnen konnte, vergingen jedoch über 35 Jahre; erst 1928 wurde mit der Umsetzung der Pläne begonnen. Als Architekt fungierte, neben dem Güstrower Anton Berger, Paul Korff, der sich in Mecklenburg und darüber hinaus mit zahlreichen öffentlichen und privaten Bauten einen Namen gemacht hatte.

Der Entwurf einer dreischiffigen Kirche konnte aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden. Stattdessen entstand ein schlichter, einschiffiger Bau, der von außen durch seinen markanten Westgiebel ins Auge fällt. Im Inneren sorgen die Buntglasfenster für eine geschickte Lichtführung. Das Tageslicht kann durch das große Westfenster über dem Eingang, durch die beiden Chorfenster und ein kleines Fenster unter der Empore einfallen. Die Farben der Fenster sind gedeckt, es gibt keine bildlichen Darstellungen. Das Gewölbe besteht aus hölzernen Lamellen und ist tief herabgezogen.  Im  Zuge  der  Liturgiereform  von 1962 wurden 1969 Altar und Chor umgestaltet. 2011 baute man in diesem Zusammenhang die Kommunionbänke aus und schuf Platz für zwei neue Podeste mit je einem Ambo als Ort für die Verlesung der Heiligen Schrift.

Zur Ausstattung der Güstrower Kirche St. Mariä Himmelfahrt gehören neben dem Hochaltar aus Kunststein zwei backsteinerne Seitenaltäre. An die Jahre, in denen die katholische Gemeinde nur über die Barackenkirche verfügte, erinnert eine auf Blech gemalte Ikone »Unsere liebe Frau«. Sie ist ein Geschenk Aachener Christen an den damaligen Militärpfarrer. Der Osnabrücker Künstler Ludwig Nolde schuf die Bronzeplastiken der Heiligen Maria und Joseph zu beiden Seiten des Chores sowie die Figur der heiligen Maria, die außen neben dem Eingangsportal angebracht ist. Die Plastiken waren ein Geschenk der Mutterpfarrei Rostock an die Barackenkirche.

Aus den Jahren nach 1945 stammen mehrere Figuren, die u. a. den heiligen Antonius von

Padua mit einem Kind, die heilige Beatrix und den heiligen Konrad von Parzham zeigen.