ev. Kirche Russow

Nach Entfernung des Turmhelms eine kuriose Turmeinfassung in des Satteldach Spitzen

M.Poley,St.Nikolai,Wismar

Daten zur Kirche

Öffnungszeiten:

Juni - August 

täglich von 10.00- 18.00 Uhr 

Ort: Russow
Kontakt: Tel.:

Die Dorfkirche Russow ist ein denkmalgeschüztes Kirchengebäude in Russow, einem Ortsteil von Rerik im Landkreis Rostock.

Die Kirche stand nachweislich seit 1590 unter dem Patronat der Familie von Oertzen auf Roggow, sie war eine der bedeutenden Landkirchen in der Gegend. Ein Pfarrer mit dem Namen Gerhard wird schon 1306 in einer Doberaner Urkunde als Gerhardus plebanus in Russowe erwähnt.Das rechteckige Gebäude wurde zu Anfang des 14. Jh. in Feldstein begonnen und in Backstein vollendet. Das zweijochige Schiff ist ein wenig jünger als der ebenfalls zweijochige, leicht eingezogene Chor. An der Südseite steht ein quadratischer Kapellenanbau, sein Giebel ist auf den Schrägen mit Blenden, Fialen und Krabben geschmückt. Wenig später wurde an der Nordseite eine Sakristei angebaut. Im Chor wurde 1700 eine zweigeschossige Patronatsloge mit einer Treppenspindel eingebaut. Der neugotische Westturm, über quadratischem Grundriss wurde mit seitlichen Anbauten von 1901 bis 1904 nach Plänen von Gotthilf Ludweig Möckel errichtet. Der achtseitige Spitzhelm wurde in jüngerer Zeit abgebrochen.

Im Schiff, im Anbau und im Chor wurden Keuzgradgewölbe eingezogen. Die beiden östlichen Joche sind von den beiden westlichen durch einen Triumphbogen abgetrennt. Es sind Wand- und Gewölbemalereien aus der Bauzeit erhalten. Im Gewölbe sind die Darstellungen des jüngsten Gerichts, verschiedener Heilige und Rankenwerk zu sehen, an der Ostwand ein Bild des Hl. Christophorus. Die Malereien wurden von 1901 bis 1904 aufgedeckt und umfassend ergänzt. Das Gebäude wird seit 2006 umfangreich renoviert, der Fußboden wurde erneuert, die Wände aus Feldstein wurden trocken gelegt und das Dach neu eingedeckt.

Die einmanualige und pedallose Orgel und der Orgelprospekt wurden 1700 von Johann Engelbrecht Gerhardt aus Rostock gebaut und danach mehrfach verändert. Einige Daten zur Geschichte des Instrumentes sind durch Bleistifteintragungen auf der Rückseite des Wellenbrettes ablesbar. Seit 1981 war das Instrument nicht mehr bespielbar und wurde stillgelegt. 2009 wurde die Orgel durch die Orgelbaufirma Jehmlich, Dresden, auf ihren vermuteten Originalzustand zurückgeführt und ist seitdem wieder spielbar.

Ausstattung:Der Altaraufsatz in gotisierenden Formen wurde 1904 mit sechs Reliefs, die sich unter Wimpergen (giebelartigen Bekrönungen) befinden und von einem Kreuz bekrönt sind, aufgestellt.

Die Fünte aus Kalkstein in Form eines Kelches ist mit rundbogiger Blendarkatur verziert. Sie ist eine Arbeit von der Mitte des 13. Jahrhunderts. Am polygonalen Korb der Kanzel von 1702, sind in den Füllungen zwischen gewundenen Ecksäulen, die cier Evangelisten aufgemalt. An der Tür finden sich Bildnisse der Apostel Petrus und Paulus. Der Schalldeckel von 1624 ist mit einem Pelikan bekrönt. Es sind Reste eines Gestühls aus der Zeit von 1606 erhalten. Die Glocke mit Ritzzeichnungen, die Maria und Rochus darstellen, wurde laut einer Inschrift 1435 von Timmo Jegher aus Lübeck gegossen. Der Opferstock aus Eisen wurde im Mittelalter gebaut. Zu den sakralen Gegenständen gehören ein vergoldeter Kelch aus Silber von 1753, vergoldete Patene aus Silber vom 18. Jahrhundert, sowie eine silberne Dose von 1817. Die Taufschale aus Silber wurde zwischen 1860 und 1870 angefertigt.