St. Nicolai Röbel

Eine Kirche für die deutschen Siedler Spitzen

M.Poley,St.Nikolai,Wismar

Daten zur Kirche

Öffnungszeiten:

Mitte Mai - Mitte Oktober: tägl. 10 - 18 Uhr

Ort: Röbel
Kontakt: Tel.:

Die Nicolaikirche entstand Mitte des 13. Jahrhunderts in der damaligen Röbeler Neustadt, die im Gegensatz zur Altstadt mit der Marienkirche vornehmlich von deutschen Siedlern bewohnt wurde.

Die Nicolaikirche entstand Mitte des 13. Jahrhunderts in der damaligen Röbeler Neustadt, die im Gegensatz zur Altstadt mit der Marienkirche vornehmlich von deutschen Siedlern bewohnt wurde. Alt- und Neustadt wuchsen nicht wie in anderen Orten zusammen; slawischstämmige und deutsche Bewohnerschaft verschmolzen in Röbel lange Zeit nicht. Die ethnische und soziale Trennung wurde durch den Bau einer Mauer zwischen beiden Stadtteilen noch bekräftigt, und auch die Zuordnung zu unterschiedlichen Bistümern trug zur Teilung bei. Erst ab 1811 hatten Alt- und Neustadt einen gemeinsamen Bürgermeister.

Die Neustädter Kirche wurde nach dem heiligen Nikolaus benannt, die Weihe des Hochaltars ist für den Zeitraum 1270 / 90 belegt. Der Chor zeigt trotz seiner frühgotischen Entstehungszeit noch spätromanische Formen, z. B. das rundbogige Südportal und den Rundbogenfries am Ostgiebel. Das Langhaus ist mit reichen Trauffriesen geschmückt; auffallend sind die giebelartigen Bekrönungen (Wimperge) des Süd- und des später in der Turmwand verborgenen Westportals.

Zu den erhaltenen historischen Ausstattungsstücken zählen eine Steinfünte aus dem 13. Jahrhundert, eine Glocke aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und das vierteilige Chorgestühl von 1519. Es gehörte ursprünglich in das frühere Dominikanerkloster von Röbel, das nach der Reformation aufgelöst wurde. Die heutige Ausstattung stammt vornehmlich aus der Zeit der Restaurierung in den 1860er-Jahren. Der mittelalterliche Schnitzaltar ging damals an das Schweriner Museum, die Barock-Kanzel von 1667 wurde entfernt und blieb nicht erhalten. Bei den Arbeiten wurden gotische Wandmalereien freigelegt, die man aber wieder übertünchte. Auch bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 2000 wurden mittelalterliche Malereien freigelegt, dokumentiert und bis auf einen Kopf in den Gewölbezwickeln wieder übertüncht.