St. Marien Waren/Müritz

Barocker Helm kam 100 Jahre nach der Feuersbrunst auf den Turm Spitzen

M.Poley,St.Nikolai,Wismar

Daten zur Kirche

Öffnungszeiten:

Ostern - Erntedank: 

Mo - Fr 10 - 18 Uhr, Sa 10 - 16 Uhr, So 11 - 16 Uhr

Ort: Waren/Müritz
Kontakt: Tel.:

Mitte des 13. Jahrhunderts gründeten deutsche Siedler Waren...

Mitte des 13. Jahrhunderts gründeten deutsche Siedler Waren in der Nähe einer Fürstenburg, die sich auf einem bereits lange existierenden slawischen Siedlungsplatz erhob. Die Marienkirche steht in jenem Gebiet der Stadt, das als Suburbium unterhalb dieser Burg lag; der Chor der Kirche soll Teil einer Kapelle gewesen sein.

Immer wieder wüteten im Laufe der Jahrhunderte Feuersbrünste, die auch die Marienkirche in Mitleidenschaft zogen. Ende des 17. Jahrhunderts, als die Stadt ohnehin mit den Folgen des Dreißigjährigen Krieges zu kämpfen hatte, fehlte die Kraft, die Marienkirche – die damals nicht wie die Georgenkirche auch Pfarrkirche war – wieder aufzubauen. Erst 1739 erhielt die inzwischen fast zur Ruine verfallene Kirche ein neues Dach und das Kirchenschiff einen neuen Ostgiebel. 50 Jahre später begann schließlich die Gesamtsanierung und Neuausstattung, in deren Zuge aus der einst dreischiffigen Kirche eine einschiffige wurde. 100 Jahre nach dem letzten Brand wurde 1799 abschließend ein neuer, nun spätbarocker Turmhelm aufgesetzt.

Der 1792 eingebaute Kanzelaltar im klassizistischen Stil »als hölzerner Aufbau in Empireform mit einer gerundeten Rückwand, einem Kuppelsegment mit dem Auge Gottes als Bekrönung und seitlichen Durchgängen für den Abendmahlsumgang eine der interessantesten Lösungen unter den mecklenburgischen Kanzelaltären« (Horst Ende). 1909 versetzte man jedoch die Kanzel aus akustischen Gründen an den südlichen Triumphbogenpfeiler. Für den damit frei gewordenen Platz in der Altarmuschel wurde in der Manufaktur des Ferdinand Demetz im Grödneratl / Tirol eine Kreuzigungsgruppe bestellt. Sie zeigt den gekreuzigten Christus, Maria, Maria Magdalena und den Jünger Johannes. 1819 erfolgte der Einbau einer Orgel aus der Malchiner Werkstatt von Johann Joachim Schmidt, die 1968 überholt und 1995 saniert und zum Teil rekonstruiert wurde.

Das 1913 durch den Charlottenburger Professor Fritz Greve geschaffene große Wandgemälde an der Triumphbogenwand mit dem Motiv Christi Himmelfahrt wurde 1963 übermalt, 2008 bis 2012 jedoch wieder freigelegt und restauriert.

Seit 1975 hängt in der Marienkirche ein Tafelbild aus der Zeit um 1530 mit barockem Rahmen, das wohl norditalienischer Herkunft ist. Es gehörte ursprünglich in die Dorfkirche Federow, wo es einen stark beschädigten Teil der Ausstattung bildete. Nach seiner Restaurierung kam es nach Waren.

1901 war die Marienkirche neben der Georgenkirche zweite Pfarrkirche der Stadt geworden und hatte durch eine Stiftung des Herzogs Friedrich Franz ein größeres Geläut erhalten. Die Glocken wurden jedoch bereits 1917 wieder abgenommen und zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Ersatz gab es 1922 durch drei Stahlglocken, die bis heute erhalten sind.