St. Marien Röbel

Kirche mit »Zuckerhutglocke« auf slawischem Tempelberg Spitzen

M.Poley,St.Nikolai,Wismar

Daten zur Kirche

Öffnungszeiten:

Mitte Mai - Mitte Oktober: tägl. 10 - 18 Uhr

Ort: Röbel
Kontakt: Tel.:

St. Marien ist eine der ältesten Hallenkirchen Mecklenburgs, deren Standort bis in die Zeit einer slawischen Siedlung im Bereich des heutigen Röbel zurückweist.

St. Marien ist eine der ältesten Hallenkirchen Mecklenburgs, deren Standort bis in die Zeit einer slawischen Siedlung im Bereich des heutigen Röbel zurückweist. Die Anhöhe diente bereits lange als Tempelberg, als im13. Jahrhundert der Grundstein für die Kirche gelegt wurde. In der Literatur findet sich das Jahr 1227 als Weihedatum, wobei damals wohl nur der heutigen Chor stand; der Bau des Langhauses schloss sich an.

Wie so viele andere auch erhielt St. Marien im 19. Jahrhundert eine zeitgenössische Ausstattung; es soll sich hierbei um die erste stilistisch umfassende Restaurierung einer Mecklenburger Kirche handeln. Zu den Ausstattungsstücken der Jahre um 1850 zählen die Kanzel, das Sandsteintaufbecken, das Gestühl und die Westempore sowie ein neugotischer Altaraufsatz mit einem Bild des Hofmalers Gaston Lenthe. Die Orgel wurde bereits 1822 eingebaut und erhielt 1853 durch den Orgelbauer Lütkemüller einen neugotischen Prospekt. 2003 / 04 konnte sie aufwändig restauriert werden. Aus früherer Zeit sind eine Triumphkreuzgruppe  aus dem 15. Jahrhundert und ein im Seitenschiff aufgestellter Schnitzaltar vom Anfang des 16. Jahrhunderts erhalten.

Im Turm finden sich vier Glocken mit einer wechselvollen Geschichte: 1577 wurden drei Bronzeglocken gegossen, die 1851 neue Formen erhielten. 1917 wurden die beiden größeren für Kriegszwecke eingeschmolzen. Zu der noch erhaltenen Glocke von 1851 gesellten sich 1952 und

1961 zwei neue aus einer thüringischen Werkstatt. Alle drei werden regelmäßig geläutet. Ein wahrer Schatz ist die »Zuckerhutglocke«, deren Guss in das 13. Jahrhundert datiert wird. Damit gehört sie zu den ältesten Glocken Mecklenburgs und Norddeutschlands. Die »Zuckerhut«-Form entwickelte sich im 13. Jahrhundert und gehört zu den ältesten Bronzeglockenformen.