Johanniterkirche Mirow

Kirche der ehemaligen Johanniter-Komturei Spitzen

M.Poley,St.Nikolai,Wismar

Daten zur Kirche

Öffnungszeiten:

Ostern & Mai - Sep.: 10 - 18 Uhr Okt.: 10 - 17 Uhr (Schlüssel: 039833-26357(

Ort: Mirow
Kontakt: Ev. Pfarramt, Schloßstr. 1, 17252 Mirow (039833-20426) Tel.: 039833 - 26357

Kirche der ehemaligen Johanniter-Komturei, als Backstein-Saalkirche mit polygonalem Chor im 14. Jahrhundert errichtet.

Die Kirche geht in ihrem Ursprung auf eine Niederlassung der Johanniter zurück, die nach der Landschenkung 1226 durch Borwin II. am Mirower See gründet worden war. Von Anfang an diente die Ordenskirche auch als Pfarrkirche der Gemeinde. Den Dreißigjährigen Krieg überstand sie laut eines Visitationsprotokolls von 1650 – im Gegensatz zu anderen Kirchen der Region – relativ unbeschadet. Mit der Reformation wechselte die Klosterkirche in herzoglichen Besitz und war nun auch Schlosskirche, denn in Mirow residierte kurzzeitig die Herzoglinie Mecklenburg-Strelitz. Im 18. Jahrhundert wurde in mehreren Abschnitten unter Verwendung von Material ehemaliger, nicht mehr genutzter Klostergebäude die Fürstengruft auf der Nordseite errichtet. Sie diente fast allen Angehörigen der Strelitzer Herzogfamilie als Grablege.

Dieser Nutzung ist es wohl auch zu verdanken, dass die Kirche nach einem durch Blitzschlag ausgelösten Brand 1742 in kurzer Zeit und mit reicher Ausstattung nicht nur wieder aufgebaut, sondern sogar erweitert wurde. Das Kupferdach für den Turm war ein Geschenk des Preußenkönigs Friedrich II. In den zwei Jahren des Wiederaufbaus und der Sanierung wurden die Backsteinmauern dem Geschmack der Zeit entsprechend verputzt, und auch die Fenster des gotischen Teils veränderte man im Stil des Barock.

Nicht nur die barocke Ausstattung u.a. mit zwei Emporen, sondern der gesamte Bau ging in

der Nacht zum 1. Mai 1945 verloren, als die Kirche beim Rückzug der deutschen Truppen unter Beschuss und in Brand geriet. Pastor und Gemeinde ermöglichten schon 1945 / 50 einen Neubau; die Mirower Kirche war mit der Weihe am 3. September 1950 die erste wieder aufgebaute Kirche Mecklenburgs nach dem Krieg, noch vor der St. Johanniskirche in Rostock und der Woldegker Kirche. Als Geläut dienten bis Anfang der 90er-Jahre eine Glocke von 1516, die von einem stillgelegten Friedhof in der Nähe geborgen worden war, und eine von der Glockenablieferungsstelle der Kriegsjahre zurückgekehrte Glocke einer Kirche aus Ganzkow bei Neubrandenburg. Letztere ging in ihre Heimat zurück, als dort der Turm wieder instand gesetzt war. 1994 erhielt Mirow zwei neue Glocken, 2003 wurde das Geläut durch eine vierte komplettiert.

Die Ausstattung der Kirche stammt aus den Jahren des Wiederaufbaus 1949 / 50 und umfasst u. a. ein großes Kruzifix von 1951. Das Taufbecken wurde aus Kalksteingrabplatten des früheren Kirchenfußbodens gefertigt, und 1977 konnte eine Schuke-Orgel eingeweiht werden.