ev. Kirche Ivenack

Klosterkirche im Zirzipanenland Spitzen

M.Poley,St.Nikolai,Wismar

Daten zur Kirche

Öffnungszeiten:

Mai bis Mitte Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr

Ort: Ivenack
Kontakt: Tel.:

Die Dorfkirche Ivenack war einst die Kirche eines 1252 dort gegründeten Zisterzienserinnenklosters.

Die Dorfkirche Ivenack war einst die Kirche eines 1252 dort gegründeten Zisterzienserinnenklosters. Stifter war der Ritter von Stoue von der nahegelegenen Burg Stouenhagen, dem heutigen Stavenhagen. Der Kunsthistoriker Friedrich Schlie wies um 1900 eindrücklich darauf hin, dass diese Region den slawischen Zirzipanen und damit »dem Heidenthum nur auf das Allerschwerste abgerungen war«. Das christliche Kloster und die von ihm ausgehende moderne Landwirtschaft halfen dabei, den neuen Glauben dauerhaft zu manifestieren. Bis zu seiner Aufhebung 1555 war Ivenack ein gut wirtschaftendes Kloster, das sich zahlreicher Schenkungen v. a. der pommerschen Herzöge erfreute. Ab 1555 wurden die Klostergebäude teilweise zu einem Schloss der Mecklenburger Herzöge umgebaut, später ging die Anlage an die Familie von Plessen, die hier bis 1945 eines der größten Güter Mecklenburgs bewirtschaftete.

Die Kirche wurde im Dreißigjährig Krieg stark zerstört, Anfang des18. Jahrhunderts aber wieder auf- und später mehrfach umgebaut. Zu ihren ältesten Ausstattungsstücken zählt die an der Südseite angebrachte Renaissance-Kanzel von 1598 mit einem Schalldeckel von 1714. Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt die verglaste Patronatsloge an der Nordwand, die Helmut von Plessen in Auftrag gab. Der barocke Altaraufsatz aus dem 18. Jahrhunderts wurde in den 1860er-Jahren restauriert und im Zuge dessen um ein Bild des Historienmalers Franz August Schubert ergänzt. Dieses zeigt Christus am Ölberg. Die in ihren ältesten Teilen wohl aus dem 18. Jahrhundert stammende und Ende des 19. Jahrhunderts restaurierte Orgel ist seit Anfang der 1980er-Jahre nicht mehr spielbar. Eine Restaurierung wird geprüft.Von den einst vier Glocken sind drei erhalten: die beiden älteren aus den Jahren 1555 und 1614 und eine jüngere. Um 1900 berichtete der Kunsthistoriker Friedrich Schlie auch von zwei weiteren Glocken, von denen zumindest eine noch aus dem Mittelalter stammte.